Tamiya
Alles hatte mit einer Sägemühe in Skizuoka/Japan begonnen. Vierzehn Jahre später prodzierte der Firmengründer Yoshito Tamiya die ersten Plastikmodelle. Damit startete eine kleine Revolution in der Modellbaufertigung im Land der aufgehenden Sonne. Die Marke Tamiya war geboren – heute Tausenden und Abertausenden von Modellbau-Fans ein guter Begriff.
Im Jahre 1975 entwickele Tamiya sein erstes R/C-Model. Es war ein US-amerikanischer Panzer, der Sherman Tank, im Maßstab 1:16. Ein Jahr später brachte der Hersteller mit der detailgenauen Nachbildung eines Porsche 934 Turbo RSR das erste funkferngesteuerte Automodell auf den Markt. Der Turbo-Porsche ist heute eines der begehrtesten Sammlerstücke unter den RC Autos, und wird entsprechend teuer gehandelt. Vier Jahre danach verließen mt Rough Rider und Sand Scorcher zwei weitere für Furore sorgende R/C-Cars das Firmengelände – die ersten Modelle der so genannten “Special Racing Buggys”. Tamiya machte sich schnell einen Namen in der Modellbau-Szene für ferngesteuerte, hochwertige Nachbildungen von echten Fahrzeugen im bevorzugten Maßstab 1:10.
Bestanden die Bausätze von Tamiya anfangs noch in der Mehrzahl aus Metallteilen, kamen mit der Zeit immer mehr Modelle auf den Markt, deren Chassis aus Kunststoff gefertigt war. Damit ließ sich ganz erheblich an Gewicht einsparen. Bekannte Beispiele aus dem Plastik-Zeitalter sind der artistisch konstruierte Wild Willy, der auf den Hinterrädern fahren konnte oder der mit einer Karosserie aus Lexan ausgestattete Porsche 959, ein detailversessener Nachbau des Original Paris-Dakar-Ralleywagens.
Renn-Buggys zählten zu den beliebtesten Produkten von Tamiya aus den frühen Aufbruchsjahren. Buggys wie Fox, Frog oder Grashopper waren für viele junge Fans gleichsam das erste RC-Auto in hrer Sammlung, der Beginn einer lebenslangen Liebe.
Auf dem neuen Firmengelände der Tamiya Niederlassung in Sonnenberg wurde 1992 eine R/C-Off- und On Road Strecke gebaut. Auf der 250 Meter langen und vier Meter breiten Rennpiste wurde der erste Endlauf des Tamiya-Euro-Cup ausgetragen. Zehn Jahre später gab es auf dem Raceway den gigantischen 6. Dicki-Tamiya Fighter Cup zu bewundern. Es war ein Rennen und Spektakel der Superlative: ingesamt gingen knapp 2600 Teilnehmer in fast 100 Qualifikationsrennen an den Start. Damit war der Fighter Club die größte Jugend-RC-Car-Rennserie der Welt.
1986 hatte in Deutschand Dickie-Spielzeuge die Tamiya-Vertretung übernommen. Es war die Geburtsstunde der neuen Firma Dickie-Tamiya. Zwei Jahre später starb Gründerlegende Yoshio Tamiya im Alter von 82 Jahren. Heute ist die Firma ein Teil der weltweit agierenden Simba Dickie Group. 2007 erzielte die Group mit ihren rund 1000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz in Höhe von 370 Millionen Euro.
Tamiya hat bis heute eine beeindruckende Palette an Modellen aufbauen können. Die Konstrukteure und Designer überraschen immer wieder mit technischen Innovationen und Variationen auf hohem Niveau. Das Herzstück bilden funkgesteuerte (RC) Modellautos sowie Trucks und Bausätze für Modelle aus Plastik. Das alles ist von enormer Plastizität, Detailtreue und passgenauer Fertigung der einzelnen Teile. Mit Fantasie und Exaktheit wird hier zu Werke gegangen.
Beliebte Tamiya RC-Modelle für Einsteiger sind Highspeed-Flitzer wie der IFMAR ISTC Weltmeister 2002 und 2004 in der Tourenwagen-Königsklasse. Die Hersteller bieten sowohl On- als auch Offroad-Modelle an. Sie sind wahlweise mit Elektromotor oder – das Nonplusultra realistischer Fahreigenschaften – mit Verbrennungsmotor bestückt. Alle Tamiya Autos sind entweder als Bausatz oder als Fertigmodell (RTR) in vielen unterschiedlichen Größen im Handel.
Die Maßstäbe bei RC-Cars und RC-Trucks variieren in den Größen 1:8, 1:10, 1:12, 1:14,5 (Trucks) und 1:16 (Tanks). Plastikmodelle werden im Maßstab von 1:6 bis 1:700 gebaut.
Tamiya-Autos sind bekannt für eine umfangreiche, ja üppige Ausstattung mit Zubehör, die das Herz jedes Modellbauers höher schlagen lässt. Neben Farben (Lexan, Acryl) gibt es beleuchtete Arbeitsfelder mit Haltearmen, diverse Klebe- und Abdeckfolien, Lupen und Arbeitswerkzeuge wie Pinsel und Sprüher, Feilen oder Schraubendreher.
Neues RC-Highlight von Tamiya ist ein ferngesteuertes Go-Kart mit Verbrennungsmotor (2,1 ccm) im Maßstab 1:4,5 – lieferbar als RTS Modell mit Drei-Kanal-Fernsteueranlage und Heckantrieb. Dazu kommt der große Tamiya RC Hubschrauber Big EC-135 DRF, ein , der für Innen und Außen geeignet ist. Allein der Hauptrotor hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern.
Tamiya-Modelle machen allerdings nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser und in der Luft ein gute Figur. Das Sortiment umfasst auch RC Flugzeuge, RC Hubschrauber und RC Schiffe. Das Flaggschiff der RC Schiffe ist der Flugzeugträger USS Enterprise im Maßstab 1:350. Zum Vergleich: das Original misst knapp 340 Meter.
Manche Modellbau-Fans mögen an neueren Modellen teilweise den Charme der früheren Jahre und die große Liebe zum Detail vermissen, mit der Entwicklung in Richtung von bereits fahrfertigen RTR-Vehikeln lassen sich Dank des Verbrennungsmotors aber bestechende Fahrleistungen erzielen.